Donnerstag, Juni 22

Web 3.0

Web 3.0 – Die „konsequente Weiterentwicklung“ von Web 2.0 ??

Die Schnelllebigkeit des Internets stellt sich wieder mal unter Beweis: Web 2.0 scheint gerade erst ein einigermassen gefestigter Begriff in den Köpfen der User zu sein, schon entstehen die ersten Definitionen der Weiterentwicklung „Web 3.0“.
Joachim Graf, Trendforscher des HighText-Verlages, gab am 16.5.06 während des Online-Marketing-Forums in München Karsten Windfelder von Affiliate-Radio ein Interview bezüglich seiner Prognosen über das kommende Web 3.0.
Hierbei stellt er klar heraus, dass Web 3.0 im Gegensatz zu dem alten Web 2.0-Standard über die Rückgabe der Kommunikation an den Nutzer hinausgeht. Zusammengefasst prognostiziert Graf vier Trendwenden:

1. Das Ende der Zielgruppenstrategie

Zielgruppen werden immer kleiner. Es gab sechs deutschsprachige Fernsehsender, heute gibt es 1.500. Patchwork-Konsumenten, die heute im Luxusladen einkaufen und morgen bei Lidl. In letzter Konsequenz ist die Zielgruppengröße gleich 1. Der Kunde muss als Individuum verstanden werden.

2. Das Ende der Reklame

Statt Dialogmarketing wird Beziehungsmarketing wichtig. Der Kunde mit seinen Bedürfnissen muss ernst genommen werden. Dazu sind intelligente Softwarelösungen nötig.

3. Das Ende der Produkthoheit beim Unternehmen

Hersteller werden gezwungen sein, individualisierte Produkte für die Verbraucher herzustellen. Kunden werden stärker als heute künftige Produkte mitgestalten können.

4. Das Ende der Kaufhoheit beim Kunden

Nicht mehr der Kunde wird Produkte kaufen, sondern intelligente Agenten werden die Kaufvorgänge (Produktsuche, Preisvergleich, Kauf) für den Konsumenten übernehmen.


Quelle: Affiliate-Radio.de.

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Comments:
Wie jetzt, winzig kleine Verbraucher-Splittergruppen, keine Werbung mehr, intelligente Software die auf uns zu geht und uns unsere Kundenhoheit klaut? Wenn das wirklich auch nur im Ansatz so passiert, geht dann die Schere zwischen Web3.0 Menschen und Menschen, die mit dem INternet nur wenig am Hut haben (die soll es ja immer noch geben) nicht ziemlich weit auf? Für mich hört sich das jedenfalls an, als brächte Web3.0 eine ziemliche neue Lebensform. Immerhin versucht diese neue Definition ja nicht nur die Kommunikationsform an sich, sondern auch gleich den User mit zu kategorisieren.
 
Ich finde, dass schon heute zwischen Menschen (ob Web 1.0, 1.5 oder 2.0), die das Internet nutzen, und denen, die es nicht oder sehr wenig nutzen, eine Kluft herrscht. Sowohl was die Information über Produkte als auch Nachrichten angeht.

Wer desöfteren bspw. im Internet einkäuft, weiß, das IMMER 10-20%, manchmal wesentlich höherprozentige Preisunterschiede zum Einzelhandel herrschen. Wer das nicht weiß, VERLIERT Kapital.

Gravierende Unterschiede in meinen Augen zeigen sich beim Zugang zu Wissen im Allgemeinen. Wer das Internet zu nutzen weiß, kann heute zu fast allem hilfreiches finden. In Minuten. Kostenlos. Vom Sofa aus.
Das diese Schere immer weiter aufgeht, ich glaube, dafür brauchen wir nicht mal ein Web 2.0/3.0. Das passiert sowieso.

Und diese neue Lebensform, die Du ansprichst, ist meiner Meinung nach auch schon heutzutage vorhanden. Nur scheint sie deutlicher in Erscheinung und wird uns in der Gegenwart klarer, wenn man den Blick in die Zukunft wagt.

Zum Web 3.0 und Herrn Graf: Ich sehe das eher kritisch. Ein äußerst schnell lebiges und unberechenbares Medium wie das Internet weißzusagen, über zwei Entwicklungsstadien hinaus über ein Jahrzehnt hinweg, das ist in meinen Augen eher Science-Fiction als Visionär. Vielleicht spielt da ein wenig Trettbrettfahrer-Dasein eine Rolle. Ich meine: Wer ist Herr Graf eigentlich? ;)

(P.S.: Nicht nur Trendforscher, sondern beim googlen gefunden: Homepage "Joachim Graf: Dialektische Kunst" *g*)
 
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